Meine Erfahrungen mit Android Auto (Dezember 2016)

Als Business Traveler bin ich viel unterwegs, mit fast allen Mitteln der heutigen Fortbewegungsmöglichkeiten. Natürlich oft mit einem der eigenen Fahrzeuge oder auch mit Mietfahrzeugen. Dabei spielt die Art der Navigation eine erhebliche Rolle. Wer hat sich nicht schon einmal über eine veraltete Navigationskarte oder schlechten Stauerkennungsmöglichkeiten von (teils veralteten) fest eingebauten Navigationssystemen geärgert? Von daher begrüßte ich den Vorstoß von Apple und Google, die Smartphone’s auch für die Fahrt mit dem Auto nutzen zu können. Denn alles, was man während der Fahrt benötigt, hat man auch auf dem Smartphone:

  • Navigation
  • Telefonie
  • Musik

Darüber hinaus lassen sich unsere Smartphones auch mit der Sprache bedienen – Dank Apple’s Siri oder dem Google Assistenten. Die Schwierigkeit war jedoch folgende: Um Android Auto oder Apple Carplay nutzen zu können, musste man ein kompatibles Radio vom Fahrzeughersteller besitzen. Die Fahrzeughersteller haben sich damit jedoch reichlich Zeit gelassen, nur wenige Fahrzeuge haben überhaupt die Möglichkeit, die Unterstützung von Android Auto oder Apple Carplay in der Wunschkonfiguration ankreuzen zu können. Google hatte sich dann entschlossen, die App „Android Auto“ auch als eigenständige App auf dem Smartphone ausführen zu lassen, unabhängig vom verbauten Radio. So habe ich mich im Dezember dazu entschlossen meine „InCar Entertainment“ Funktionen von Android Auto bewerkstelligen zu lassen. Hierzu habe ich eine anständige Handyhalterung besorgt und ausgiebig mit dem Testen angefangen.

Mein Resümee nach einem Monat: Android Auto kann nicht nur mit den etablierten InCar Lösungen mithalten, nein, es schlägt Sie sogar in vielen Bereichen.

 

Telefonie:

screenshot_20161227-174107

Das Interface von Android Auto ist selbstverständlich etwas größer ausgefallen, um das Menü auch in der Autohalterung bedienen zu können. Eine Bedienung des Displays ist eigentlich auch nicht notwendig – die Spracheingabe funktioniert herausragend gut (vorausgesetzt, das Smartphone verfügt während der Verarbeitung der Sprachbefehle eine Internetverbindung) So kann man direkt die Kontakte aus dem lokalen Adressbuch aufrufen oder ganze Rufnummern aufsagen.

 

Entertainment: 

screenshot_20161215-104444

Was wäre eine Autofahrt, ohne die eigene Musiksammlung? Als kompatible Musik Apps werden derzeit alle bekannten Player angeboten, wie beispielsweise Spotify, Amazon Music, Google Play Musik, etc. Ich selbst nutze Spotify und Amazon Music und bin fast wunschlos glücklich. Mein einziger Kritikpunkt: Während in der „üblichen“ Spotify App angezeigt wird, welche Alben oder Playlists offline verfügbar sind, fehlt diese Kennzeichnung in der Android Auto App. So kann es relativ leicht passieren, dass die Musik über das Datenvolumen gestreamt wird und nicht aus dem lokalen Speicher.

 

Navigation: 

screenshot_20161215-104512

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Und das im absolut positiven Sinne. Die Google Maps Navigation ist nahezu perfekt. Einziger Kritikpunkt meinerseits: sie redet zuviel und die Aussprache könnte „angenehmer“ klingen. Ansonsten gibt es nichts zu makeln. Das Kartenmaterial ist aktuell, die Routenberechnung erfolgt prompt (Internetverbindung vorausgesetzt) und die Routenführung ist selbst für Fahranfänger absolut verständlich (daher kommt auch mein Kritikpunkt – ein wenig mehr Informationen würde mir persönlich besser gefallen). Was absolut herausragend ist: Die Stauumfahrung. Google Maps setzt hier nicht auf die üblichen TMC Informationen, sondern bezieht die Verkehrsinformationen von hauseigenen Google Servern. Und das funktioniert erstaunlich gut. Selbst innerstädtische Kreuzungen, die zur Rush Hour belegt sind, werden angezeigt und in der Routenplanung berücksichtigt. Während meiner Testphase stand ich kein einziges mal im Stau (auch das ist Glückssache, ich weiß) aber ein parallel laufendes Navigationssystem, dass auf TMC Informationen basiert, hat die Staumeldungen überhaupt nicht oder meist viel später erhalten.

Das beste ist: Google Maps ist kostenlos! Es bezieht jedoch die Informationen über das Datenvolumen der SIM Karte. Im Dezember bin ich 1932 km mit Google Maps Navigation gefahren und habe dabei 182 MB von meinem Datenvolumen verbraucht. Man könnte hier den Datenverbrauch noch reduzieren, in dem ich das Kartenmaterial aus meiner Umgebung herunterladen könnte – für mich bislang nicht relevant, da ich den Datenverbrauch als absolut gering einstufe.

screenshot_20161227-174249

 

Startseite:

screenshot_20161227-174129

Alternativ bietet Google auch eine allgemeine Startseite an, wo letzte Ziele, aktuelle Wetterdaten oder eingehende Nachrichten von verschiedenen Messengern dargestellt werden. Das beste daran: Die Nachrichten werden auf Wunsch vorgelesen und selbst die Beantwortung erfolgt per Sprache. Man spricht seine gewünschte Nachricht und diese wird vor dem Versenden vorgelesen. Auch hier ist eine funktionierende Online Verbindung erforderlich – bei Funklöchern hat man so seine Schwierigkeiten.

Fazit: 

Ich bin absolut zufrieden – Bestes InCar Enterntainment, egal in welchem Auto man sich befindet. Das Smartphone kann man bei Bedarf schnell per Bluetooth koppeln oder per Aux-Kabel mit dem Radio verbinden. Sollte beides nicht zur Verfügung stehen, können auch die Handylautsprecher ausreichen.

Das beste daran ist: Mit Android Auto erhält man ein First Class Entertainment System, dass man mit einem BMW Connected Drive oder Mercedes Benz Command Online vergleichen kann – wohlwissend, dass die fest eingebauten Systeme über mehr Funktionen verfügen, da Sie unter anderem auch mit der restlichen Fahrzeugelektrik kommunizieren können. Der Preisvergleich spricht aber auch für sich – wo man bei fest eingebauten Top Systemen oft im höheren vierstelligen Bereich ein Kreuzchen auf der Bestellliste setzen muss, ist Android Auto kostenfrei. Es empfiehlt sich jedoch ein Smartphone aus der High Class Kategorie zu wählen, da bei paralleler Nutzung die CPU und RAM Auslastung hoch ist. Wer also während der Fahrt navigiert werden möchte, dabei seine Musik hören will und oft auch telefonieren muss, sollte schon zu Samsung Galaxy S7 und Co. greifen.

Android Auto ist in meinen Augen absolut empfehlenswert!

 

 

7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Hallo Danijel,

    Bin grade auf dein Blog gestolpert, wusste gar nicht, dass du so aktiv bist 🙂

    Ich bin von Android Auto auch sehr überzeugt und nutze es dauernd. Allerdings gibt es einen massiven Makel: Im Zusammenspiel mit Android for Work kann ich keine Kontakte aus dem Work Profile nutzen. Weder die Sprachsuche noch die manuelle Suche gibst diese Kontakte und Caller ID geht auch nicht.

    Hast du hier Erfahrungen oder Tipps?

    Gefällt mir

    1. Hallo Tobias,

      freut mich das Du mein Blog gefunden hast. 😉
      Bzgl. Android for Work hat Google angekündigt mit dem Nougat Release die native Kontaktenutzung für den privaten UND den geschäftlichen Bereich zu unterstützen. Somit wird das System in der Lage sein, die Daten zu separieren, aber bei Bedarf nativ nutzen zu können (Beispiel: Caller ID).

      Viele Grüße
      Danijel

      Gefällt mir

      1. Da ich ein Pixel XL mit Android 7.1.1 habe und „Suche nach Kontakten“ in den Arbetsprofil-Einstellungen schon erlaubt habe, kann ich das leider nicht bestätigen.

        Ich glaube ich erstelle mal einen Bug bei Google 🙂

        Gefällt mir

      2. Mach gerne ein Ticket bei Google auf. Das entsprechende Update sollte bald von Google kommen 🙂

        Gefällt mir

  2. Simon sagt:

    Hallo Danijel,

    toller Blog den du da hast!
    Eine Frage zum Datenverbrauch: Ist der Wert von etwa 180MB reproduzierbar?
    Da bei mir gerade sowohl neuer Handyvertrag als auch neues Auto anstehen, würde mich sehr interessieren, wie viel Volumen man für Android Auto kalkulieren sollte.

    Vielen Dank, mach weiter so!

    Grüße
    Simon

    Gefällt mir

  3. Robin Klingler sagt:

    Hallo Danijel,

    erst einmal netten Blog den du hier hast.
    Ich habe eine Frage:

    Wenn ich Spotify über Andriod Auto nutze, sehe ich zwar die playlisten die ich erstellt habe, aber
    ich kann nicht in die Playlist reingehen und mir einen Song aussuchen. Ist dir das auch schon aufgefallen oder ist das nur bei mir so.

    Gefällt mir

    1. Das ist korrekt. Und ich denke das ist bewusst so gewählt, ähnliches Verhalten zeigen die meisten Android Auto Apps. Man soll nämlich nicht während der Fahrt ewig auf dem Display vom Navi rumtippen sondern auf die Straße achten.
      Der von Google vorgesehen Weg für z.B. die Suche nach einem konkreten Titel ist die Spracheingabe („Spiele Interpret/Titel mit Spotify“), die leider nicht immer verlässlich den richtigen Song findet.
      Ansonsten muss man mit den Skip Tasten des Navi, die ja meist auch am Lenkrad zu finden sind, durch seine Playlist durchhüpfen, bis man gefunden hat, was man sucht.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s